Samoa

Samoa


Da wir nun schon im Südpazifik unterwegs waren, lag es nahe, nicht nur Tonga

, sondern auch Samoa etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Also rein in den Flieger und ab nach Samoa.
Wir sind irgendwann spät nachts aus Tongatapu losgeflogen und, das ist der Knaller, einen Tag früher in Samoa gelandet. Yeah, da haben wir der Zeitrechnung ein Schnäppchen geschlagen und einen Tag in unserem Leben dazu gewonnen…
Des Rätsels Lösung ist die Datumsgrenze, die wir überflogen haben. Am 31.07. los und am 30.07. angekommen. So hatten wir tatsächlich den 31.07. 48 Stunden lang. Das hätte ich mal eine Woche eher zu meinem Geburtstag machen sollen… Hmm, guter Plan fürs nächste Jahr.

Wie auch immer, wir sind in der Hauptstadt Samoas (Apia) gelandet, in der wir die ersten zwei Tage verbracht haben. Es war recht interessant, Apia genauer unter die Lupe zu nehmen, da die Unterschiede zu Tongatapu doch gravierend waren. Samoa ist um einiges sauberer und wirkt wesentlich organisierter. Es gibt sogar Ampeln, die darüber hinaus auch noch funktionieren!! Die Straßen sind breiter und es sind in der Tat richtige Straßen und nicht nur Schotterpisten. Und die Autos… Mann oh Mann…. Keine Rostschleudern, die mehr Öl als Benzin verbrauchen,

sondern richtige Autos mit Lack und Farbe  ;o)  Aber, und das muss man den ollen Kisten von Tonga zugestehen, die neuen Autos in Samoa haben keinen Charme. Es sind Autos wie überall und keine Unikate wie in Tonga.
Die Stadt Apia hat nicht viele Besonderheiten zu bieten. Es gibt einen kleinen Fischmarkt (auf dem es allerdings keinen Fisch gibt), den obligatorischen Touristenmarkt (der schrecklich war), einen gut sortierten Obst- und Gemüsemarkt (der wirklich gut war) und ein paar echt nette Geschäfte. Dazu gesellen sich einige gemütliche Cafés und das war es dann auch schon. Ach ja, Lokale gibt es auch jede Menge, und sie sind noch nicht mal schlecht. Man kann es also gut ein oder zwei Tage aushalten, danach hat man jedoch alles gesehen.
Doch wohin als nächstes wenn man keine Ahnung hat??? Wir haben mal wieder das Glück entscheiden lassen und sind den Erfahrungen von ein paar Leuten gefolgt,

die wir in Tonga getroffen hatten. Sie hatten einen Strand empfohlen, der wohl zum Relaxen geradezu einladen soll. Klang gut, also nichts wie hin da. Und wir hatten Glück… Wir haben aus den ca. 6 verschiedenen Unterkunftsanbietern zufällig den besten herausgegriffen und dazu noch die letzte Hütte direkt am Meer bekommen. Na, das passte doch mal wieder ;o)
Der Strand (er heißt Lalomanu) war echt der Hammer. Wir haben ja nun schon recht viele schöne Strände in Zentral- und Südamerika, an der Pazifikküste und in der Karibik gesehen, aber dieser Strand hat einige in den Schatten gestellt. Für mich ist es einer der schönsten Strände überhaupt. Und das lag nicht nur an dem wunderschönen weißen Sand, sondern eher daran, dass es ein vorgelagertes Riff gibt, das ca. 250m vor dem Strand liegt. Dadurch haben sich dort schon alle Wellen gebrochen und hinter dem Riff war das Wasser ruhig wie ein See. Ruhiges Wasser in Kombination mit Korallen ergibt dann ein perfektes Unterwasser-Paradies. Bedingt durch das Riff kommen keine Raubfische in das Korallengebiet, was bedeutet, es haben sich tausende verschiedene Fische dort angesiedelt. Genial… Beim Schnorcheln kam man sich vor, als ob man in einem riesigen Aquarium schwimmen würde. Und man konnte stundenlang dort Schnorcheln und hat immer wieder etwas Neues entdeckt. Besser ging es nicht…


Doch, es ging noch besser. Als sich unser Strand-Schnorchel-Tag dem Ende nährte, haben wir natürlich einen Strandspaziergang bei einem wunderschönen Sonnenuntergang entlang der Palmen gemacht. Und ich habe Anja einen Heiratsantrag gemacht!!!!
Natürlich hat sie ja gesagt. Wer kann einem Typen wie mir, bei diesen Bedingungen ringsum schon widerstehen???  ;o)  Habe ich doch clever eingefädelt…
Über zwei Wochen hatte ich den Ring schon in meiner Tasche und immer auf den besten Zeitpunkt gewartet. Hier war er. Und als ob es nicht schon genug wäre, gab es abends an dem Strand noch eine abgefahrene Tanzshow der dort lebenden Locals. Wir haben einfach nur mit einem Glas Wein zugeschaut und waren glücklich….

Da wir uns ein Bild von ganz Samoa machen wollten, beschlossen wir, auch

noch den Rest der beiden Inseln zu erkunden. Also rein in den Localbus und ab zum Hafen. Die Fahrt dorthin war mal wieder ein Abenteuer. Warum sind Localbusse eigentlich immer zu klein??? Es waren ca. tausend Leute zu viel in dem Bus und dementsprechend gequetscht saßen wir. Die Busse an sich sind eigentlich recht abgefahren. Sie gehören dem Fahrer und so kann er mit dem Bus machen, was er will. Und ich musste lernen, dass man nicht nur einen Golf oder Manta aufmotzen kann, sondern auch einen alten, riesigen, klapprigen Bus. Manche von denen haben gedröhnt wie eine rollende Disco. Ich habe einzig die Discokugel vermisst. Alles andere war vorhanden. Man hat im Bus getrunken, geraucht und zu laut erzählt. Es wurde echt jeder Scheiß transportiert. Bei einer Fahrt hatten wir ein halbes Dach im

Gang liegen… Aber das hat es jedes Mal interessant gemacht, die Busse zu benutzen. Und da die Locals selbst keine Berührungsängste haben, kam es nicht selten vor, dass sich das ein oder andere Kind schlafend auf Anjas Schoß wieder fand.
Zurück zu Samoas Reizen. Wir sind also zum Hafen und von dort aus mit einer überdimensionalen, alten und auch hier überfüllten Fähre rüber zur anderen Insel. Dort angekommen sind wir zu einer Unterkunft, die uns empfohlen wurde. Und die war voll daneben… Gearbeitet hat dort nur eine Frau, und das wohl seit einer Woche nonstop. Der hätte man im Gehen die Schuhe neu besohlen können und auch sonst war sie dementsprechend "gut" gelaunt. Am Ende hat sie uns nur leid getan… Die Unterkunft war uuaahhh. Alles ganz schön

abgegrabbelt und dreckig. Und dazu ewig viele Moskitos. Aber es war ja nur für eine Nacht. Am nächsten Tag ging es dann ganz schnell weiter zu einem ebenfalls beliebten Strand Samoas. Und es war wirklich ein sehr schöner Strand. Wir haben uns bei einem Anbieter eingemietet und eine echt große Hütte wieder direkt am Meer bekommen. Und hier haben wir als Letzte auf der Welt den Sonnenuntergang gesehen. In Tonga waren wir die Ersten auf der Welt und jetzt hier die Letzten. Ist schon komisch, aber abgefahren.  ;o)
Insgesamt waren wir wohl drei Tage oder so an diesem Strand und haben eigentlich nicht viel gemacht außer gelesen, geschlafen, Kokosnüsse geknackt, Hochzeitspläne geschmiedet und jede Menge Spaziergänge am Strand.
Zu unserer Überraschung haben wir noch Bekannte von uns aus Nelson getroffen. Richard, ein Arbeitskollege von mir, und seine Frau Andrea waren auf Samoa zum Kitesurfing und hatten genau diesen Strand zum Relaxen ausgesucht. Da war nicht nur die Freude groß, sondern auch die Getränkerechnung lang. Ha ha…
Nachdem wir dann also auch einen Eindruck von der Westinsel bekommen hatten, stand die Frage "Was nun?". Und die war einfach zu beantworten. Uns beide zog es zum "Hochzeitsstrand" zurück. Der war echt zu schön.
Gesagt getan, wieder ein paar ewig lange, laute und volle Busfahrten zurück und wir waren wieder im Paradies.
Dort haben wir noch ein paar Tage verbracht, bevor es wieder nach Haus zurückging.


Im Großen und Ganzen war es eine richtig gute Entscheidung, beide Länder (Tonga und Samoa) zu besuchen. Sie liegen so nah beisammen und doch sind die Unterschiede extrem groß. In Tonga sind die Locals unglaublich freundlich, dafür ist Samoa um einiges sauberer. Einzig Tonga bietet weltweit die Möglichkeit, mit Walen zu schwimmen, Samoa hat aber die schöneren Strände zum Entspannen. Einzig beim Essen unterscheiden sich beide nicht zu sehr. In Samoa bekommt man schon wesentlich mehr im Supermarkt zu kaufen als auf Tonga, aber wenn man das richtige Lokal findet, bekommt man in beiden Ländern richtig gutes Essen!!!