08.2006
Costa Rica
Von Nicaragua aus führte uns unser Weg weiter nach Costa Rica. Natürlich waren wir gespannt ob dieses Land tatsächlich so ein Paradies ist, wie es in Prospekten immer beschrieben wird. Und es sei gesagt - es ist
tatsächlich so ein Paradies!!! Die Natur ist überwältigend schön und die Tierwelt ist fantastisch. Dazu gibt es etliches zu sehen und zu erleben. Allerdings hat alles seinen Preis und Costa Rica zählt leider
nicht gerade zu den billigsten Ländern...
Doch der Reihe nach... Als erstes wurde unsere Geduld schon an der Grenze von Nicaragua nach Costa Rica auf eine harte Probe gestellt. Wir mussten geschlagene 4 Stunden auf unseren Stempel und die Weiterreise warten.
Keine Ahnung warum das alles so lange gedauert hat. Auf jeden Fall war es gut, dass wir genug Zeit eingeplant hatten. Unser erster Stopp in Costa Rica war die kleine Stadt Tamarindo an der Pazifikküste. Schon der Weg dorthin war ein Erlebnis, da wir auf der Erde eines total überfüllten Busses sassen, bei dem die Türen nicht mehr richtig schlossen. Hinzu kam, dass wir auf keiner richtigen Strasse gefahren sind, sondern eher auf einer dreckigen Staubpiste. Das Ergebnis war, dass wir total verdreckt zwei oder drei Stunden später in Tamarindo
ankamen. Yeah!! Tamarindo ist eine Welt für sich. Wir haben in den Tagen, die wir dort verbracht haben eigentlich so gut wie keine Einheimischen gesehen, da die Stadt lediglich aus Hotels, Shops und Restaurants besteht. Also eigentlich nur eine reine Touri-Stadt. Der Strand hingegen war unschlagbar. Kilometer lang und wunderschöne Wellen. Das ist wohl auch der Grund, warum Tamarindo der beste Surfort von ganz Costa Rica ist.
Was man nicht verpassen sollte ist der Sonnenuntergang dort. Unglaublich... Ich habe noch nie einen so schönen Sonnenuntergang gesehen. Die Farben, die von tiefrot über orange und türkis reichten, waren unbeschreiblich. Also perfekt für einen romantischen Abend. Des weiteren waren wir noch schnorcheln, das heisst, nur ich konnte mit dem Boot rausfahren, da Anja sich am Tag zuvor irgendwas eingefangen hatte und krank im Bett lag. Das Schnorcheln war ok, aber nicht so der Brüller. Da das Meer recht rauh war, war die Sicht leider nur mittelmässig. Aber dennoch hat es sich gelohnt, denn wann kann man schonmal mit Green-Turtles schwimmen, Meeresschlangen beobachten oder mit viel Luft anhalten in eine Haigrotte tauchen. Unser nächster Stopp in Costa Rica war La Fortuna, eine Stadt, die direkt am Fuss eines Feuervulkans liegt. Dort haben wir natürlich einen Ausflug zum Vulkan gemacht, aber Lava konnten wir diesmal nicht sehen. Dafür hatten wir einen echt guten Guide, der uns im Urwald viele Dinge zeigen
und erklären konnte. Zudem konnte er perfekt die Rufe der Affen nachahmen, wodurch wir nur kurze Zeit später etliche Affen sehen
konnten. Weitaus interessanter waren da die heissen Quellen, die ringsum den Vulkan verstreut waren. Wir haben ein riesigen Poolkomplex besucht, in dem es ca. 30 verschieden grosse Pools gab, die von extrem heiss bis eiskalt reichten. Nach 3 Monaten ohne Badewanne ein echter Luxus!!! Ganz und gar kostenlos war ein weiterer Ausflug zum Rio Fortuna, einem relativ grossen Bergfluss, der direkt an der Stadt entlangführt. Das tolle dort war ein Seil, dass ca. 8m über dem Fluss am Baum befestigt war. Man konnte sich dranhängen und über den Fluss schwingen. Und natürlich zum richtigen Moment loslassen. Wenn man genau den höchsten Punkt erreicht hat, war man ca. 10 bis 15m über dem Fluss. Ein unglaubliches Gefühl von dieses Höhe aus in die reissenden Fluten zu
stürzen. Bauchkribbeln pur!! Von La Fortuna sind wir dann weiter nach Tortuguero. Torguguero ist weltbekannt für seine riesigen Schildkröten, die
dort alljährlich zum Strand kommen um ihre Eier abzulegen. Darüber hinaus ist dieses Naturschutzgebiet auch als "Amazonas von Costa Rica" bekannt. Und das nicht ohne Grund. Um in die Stadt Tortuguero zu kommen mussten wir ca. 1,5
Stunden mit einem kleinen Boot durch die vielen kleinen Kanäle fahren - rechts und links unbeschreiblich hohe Bäume und Natur pur. Diese Tour durch die Kanäle haben wir dann nochmals mit einem Kanu gemacht, da es ohne Motor doch viel angenehmer ist und man mehr Tiere sehen kann. Und wasn für Tiere... Wir haben Affen, Papagaien, Kaimane, Süsswasserschildkröten, Faultiere und ettliche bunte Vögel gesehen. Doch damit nicht genug. Zu Fuss sind wir dann noch in den Nationalpark rein (allerdings hat man uns mit unseren Schuhen wieder nach Haus geschickt, da ohne Gummistiefel nix geht. Die haben wir uns dann zum Glück ausleihen können.) und haben noch mehr Tiere sehen können. Teilweise weiss ich bis heute nicht, was das genau für welche waren. Auf jeden Fall hatten wir wieder das Glück mehr als zwei Tucane zu sehen. Nachts sind wir dann mit einem Guide zum Strand um die Schildkröten zu
beobachten. Und wir hatten Glück - wir konnten drei riesige Exemplare (die Schildkröten waren ungelogen ca. 1,50m lang und gut 1m im Durchmesser) sehen. Eine war gerade fertig mit Eier legen und hat ihr Gelege zugebuddelt, die andere konnten wir dabei beobachten, wie sie ihre Eier in die Sandkuhle hat plumpsen lassen. Es ist unglaublich so etwas live sehen zu können. Man findet in diesem Moment keine Worte - man muss es einfach sehen. Von Tortuguero aus ging es weiter nach San Josè, der Hauptstadt von Costa
Rica. Hier habe ich mir mal wieder den Fuss verknickt. Ich werde zukünftig nicht mehr in den Strassen rumlaufen und dabei den Reiseführer lesen. Schon kurze Zeit später war der Fuss wieder dick, wodurch natürlich unser Stadtbummel sehr eingeschränkt war. Trotz allem ist die Stadt sehr sehenswert und macht einen sehr einladenden Eindruck. Weiter gi
ng es dann nach Puerto Viejo, einer verschlafenen Stadt an der Karibikküste. Es ist unglaublich, wie sehr sich die Menschen hier in Zentralamerika unterschieden wenn man von Küste zu Küste reist. An der Karibikküste sind die Menschen sehr dunkelhäutig und sehr schwer zu verstehen, da sie einen Mix aus englisch und spanisch sprechen. In Puerto Viejo haben wir eigentlich nur entspannt. Wir waren am Strand, wo man auf
die freilaufenden Pferde aufpassen musste, dann haben wir diese kleinen Frösche gesehen, die rot, giftgrün, schwarz mit goldenen Streifen und grüngepunktet sind. Echt witzig die Viecher... Und wir haben ein eindruckendes Gewitter erlebt. Es war Abends und daher schon dunkel als es über dem Meer anfing zu donnern. Und was für ein Donner, es haben ungelogen die Gläser im Schrank gewackelt. Dann ist auch noch der Strom ausgefallen und wir sassen da, mit einer Kerze, ringsum Blitze und der dröhnende Donner. Ein echtes Naturschauspiel...