Panama

08.2006

Panama


Da wir schon an der Karibikküste waren, haben wir beschlossen gleich weiter an

der Küste nach Panama zu reisen. Der Grenzübergang sollte dort sehr unkompliziert sein, und er war es auch. Man musste nur über eine halbzerfallene Eisenbahnbrücke gehen (und dabei aufpassen, dass man nicht auf ein zu morsches Brett tritt) und schon war man in Panama.
Unser erstes Ziel war Bocas del Torro, ein Inselarchipel in der Karibik. Auch dorthin konnte man nur mit einem Boot gelangen, allerdings war diese Fahrt nicht so angenehm, da es wie aus Eimern geregnet hat und unsere Sachen bei der Ankunft dementsprechend nass waren... Wir haben uns für eine kleinere Insel entschieden, auf der es nicht einmal Strassen gibt. Nur ein kleiner Weg führt an den rund 100 Häesern vorbei. Also alles sehr gelassen... Hier auf der Isla Bastimentos haben wir uns auf den Weg zum Strand gemacht. Da es zuvor zwei Tage lang ununterbrochen geregnet hat, war der Weg dorthin dementsprechend anstrengend. Es ging nämlich
einmal quer über die Insel durch den Urwald zum Strand. Schon nach 10 Min. kamen uns die ersten entgegen, die aufgegeben hatten. Doch mit mir reisen

heisst niemals aufgeben ;o) Also haben wir uns unseren Weg durch knöchelhohen Matsch und glitschige Flüsse gebahnt. Belohnt wurden wir mit einem menschenleeren Strand (kein Wunder, da kommt ja auch keiner an...) und glasklarem Wasser. Perfekt zum träumen und entspannen!!! Den Rückweg haben wir dann gleich Barfuss in Angriff genommen. Und es war wesentlich einfacher. Von Bastimentos aus ging es weiter nach David, einer Stadt, die überhaupt nicht sehenswert ist. Sie ist vollgestopft mit Autos und lauten Menschen, dazu kam noch jede Menge Regen. Nach zwei Stunden Dauerregen gab es keine Strassen mehr, sondern nur noch Flüsse, die alles andere als einfach zu überqueren waren. Anja musste drei Mal ihren Flip Flops hinterherlaufen,
da sie im Begriff waren wegzuschwimmen... Also nichts wie weg da und weiter nach Boquette. Diese Stadt entpuppte sich als ein kleines Paradies umgeben von Bergen. Boquette, so muss man wissen, ist weltbekannt für den Kaffee der dort angebaut wird. Hier gibt es Plantagen, auf denen 500 Gramm Kaffee satte 50$ bringen. Unglaublich teuer, aber auch unglaublich gut wie
wir feststellen konnten, da wir eine geführte Tour durch die Planatagen und Verarbeitungsanlagen gemacht haben. Ich habe nie gewusst, wie aufwendig es ist Kaffe zu ernten und wie viele Merkmale es gibt guten Kaffe von schlechtem zu unterscheiden.


Doch nicht nur der Kaffee war in Boquette sehenswert, sondern auch die Natur ringsum. So haben wir zwei ausgedehnte Wanderungen gemacht, auf denen wir mal wieder feststellen mussten, wie die Einheimischen Zeit- und Streckenangaben definieren. Der Taxifahrer zum Beispiel hat uns am Naturschutzgebiet rausgelassen und meinte, der Eingang wäre gleich um die Ecke, es wäre wirklich nicht weit. Nach 20 Min gehen, haben wir dann einen anderen Einheimischen getroffen und nochmals nach dem Weg gefragt. Ja, ja, ihr seid richtig, gleich um die Ecke kommt der Eingang. Schlussendlich war es über eine Stunde Fussmarsch um zum Park zu gelangen... Also niemals auf Zeitangaben verlassen. Aber das hatten wir ja schon vorher zur Genuege erlebt! Des weiteren Haben wir noch einen Ausflug zu den heissen Quellen in der Umgebung gemacht. Auch hier konnten wir super entspannt in der heissen
Brühe liegen und die leckeren Schwefeldämpfe einatmen. Irgendwann jedoch riecht alles nach faulen Eiern und das ist dann die Zeit um wieder zur Dusche überzugehen...
Von Boquette aus sind wir weiter nach Panama-City. Das ist mal eine Hauptstadt. Unendlich viele Hochhäuser, die bis zum Himmel reichen und dazu noch unendlich viele Strassen die permanent verstopft sind. Es ist eine Stadt, wie man sie in

Europa oder Amerika erwarten würde, aber auf keinen Fall hier. Doch das macht sie auch so interessant. Ein absolutes Muss in der Stadt ist natürlich der Panama-Kanal. Den haben wir dann auch besichtigt, aber für mich war das riesige Krokodil, das wir auf dem Weg dorthin gesehen haben viel interessanter als der Kanal an sich. Klar, es ist ein riesiges und beeindruckendes Bauwerk, aber ich glaube man muss
sich schon sehr für diese ganze Technik interessieren um Gefallen daran zu finden. Der Hauptgrund warum wir jedoch in Panama-City waren war der, dass wir ein Boot finden wollten, dass uns nach Kolumbien bringt. Nach drei Tagen warten und E-Mails an Schiffe schreiben hat es dann geklappt. Einer hat zugesagt und uns an die Karibikküste verwiesen, an der das Boot am nächsten Tag mit uns ablegen sollte. Wie schon gesagt, sollte man sich auf Zeitangaben nicht verlassen, denn als wir am nächsten Tag dort ankamen war das Boot natürlich schon weg... Zum Glück hatten wir die Nummer von dem Kapitän und haben mit ihm dann ausgemacht, dass er uns am


nächsten Tag auf einer der San Blas Inseln einsammeln sollte. Der Weg zu dieser Insel war ein Erlebnis für sich, da wir mit einem Miniboot, das vollbepackt mit Lebensmitteln und Unmengen Benzin an der Karibikküste langgeschippert sind. Drei Stunden pralle Sonne und Benzingstank - dementsprechend benebelt waren wir bei der Ankunft ;o) Zu unserer Überraschung stand der Kapitän tatsächlich am Strand und hat uns erwartet. Nach den Passformalitäten ging es dann direkt an Bord bzw. ins kühle Wasser. Ach ja, für alle die es nicht wissen, hier eine Beschreibung der San Blas Inseln - es ist ein Inselarchipel in der Karibik, das aus ca. 350 Inseln besteht. Teilweise sind die nur so gross, dass da eine Palme draufsteht, aber alle haben weissen Sand und ringsum

Tuerkises, kristallklares Wasser. Es ist echt eines der letzten Paradiese dieser Welt, da dort keine Touris hinkommen, bis auf die wenigen Boote die dort vor Anker liegen. Als erstes haben wir uns natürlich eine Taucherbrille geschnappt um die Unterwasserwelt zu sehen. Unglaublich...
Es gibt dort so wunderschöne Korallenriffe mit tausenden bunten Fischen, da kann man stundenlang im Wasser treiben und zugucken. Darüber hinaus haben wir noch Rochen, Schildkröten und fliegende Fische gesehen. An einem Abend waren wir zu Gast auf einer kleinen Insel bei den einheimischen Indios, die für uns frische Krabben zubereitet hatten. Wirklich sehr lecker. Die Bootstour an sich war echt beeindruckend. Zumindest für mich... Anja war, als es rauf auf die offene See ging, sofort seekrank und hat fast 36 Stunden durchgeschlafen (wenn sie nicht gerade über die Reling gekotzt

hat...). Ich durfte das 300.000 Euro Boot einige Stunden in
der Nacht steuern und habe dabei erfahren was es heisst absolut frei zu sein. Um mich herum war nichts und niemand, nur das Meer. Dann noch Gewitter vor mir und das Meeresleuchten im Wasser... Man ist kurz davor einfach loszuschreien, da einem nichts unmöglich erscheint. Das Gefühl ist wirklich schwer zu beschreiben. Nachdem wir einen ganzen Tag und die Nacht durchgesegelt waren, kamen wir in Kolumbien, im Hafen von Cartagena an. Doch die Begrüssung dort war alles andere als einladend... (Mehr dazu im nächsten Text zu Kolumbien).