11.2006
Bolivien und Chile
Tja, soviel gibt es über Bolivien und Chile nicht zu schreiben, da wir im Großen und Ganzen gerade einmal 14 Tage in beiden Ländern verbracht haben…
Aber wir können sagen, dass es schöne und beeindruckende Tage waren und beide Länder einen Besuch Wert sind!!! Da wir nur wenig Zeit hatten (irgendwie hat irgendwann unsere Reiseplanung versagt), haben wir uns nur einige nett klingende Regionen beider Länder rausgesucht, die wir unbedingt sehen wollten.
In Bolivien war es natürlich der „Titikaka-See“, die Stadt Copacabana, die
Hauptstadt La Paz und auf alle Fälle die Salzwüste „Salar de Uiuni“ an der Grenze zu Chile. Und da wir schon mal an der Grenze waren, sind wir von dort aus auch gleich weiter nach Santiago de Chile wo wir einige schöne Tage hatten bevor es zum nächsten Kontinent weiterging. Aber alles der Reihe nach…
Von Peru aus ging es mal wieder mit unpünktlichen und nicht vorhandenen Bussen (und damit mit einer Unmenge an Verspätung) Richtung Titikaka-See. Zu diesem See wollte ich schon immer mal, nicht weil er so eine beeindruckende Größe hat und der am höchsten gelegene, beschiffbare See ist, nein, nur weil er Titikaka-See heißt. Aber ich habe weder Tittis noch Kaka gesehen... ;o) Wie kann man einen See nur so nennen... - das ist mir bis heute unklar.
Egal wie der See auch heißt, ihn bei einem Sonnenuntergang zu sehen ist wirklich ein einmaliges Erlebnis! Und Copacabana, die erste große Stadt auf
bolivianischer Seite (den See teilen sich Peru und Bolivien), war wirklich wunderschön. Endlich mal wieder einladende Cafés, eine entspannte Atmosphäre und überraschend wenige Leute auf den Strassen. Naja, es waren nur so wenige weil wir an einem Wochentag dort angekommen sind. Am Wochenende sah die Stadt schon ganz anders aus… Unmengen von Locals und Touris hatten sich am See breit gemacht und die Sonne genossen. Dabei haben sie jedoch nicht nur auf ihren Matratzen gelegen und sich brutzeln lassen – nein, die sind da rumgelaufen als ob sie Hummeln im Hintern hätten. Laute Musik von überall her, halbstarke Teenies die mit Papas Auto `nen dicken machen, dazwischen unsichere Touris auf nicht ganz langsamen Pferden. Also ein lustiges Allerlei, dass man sich nicht entgehen lassen sollte.
Nach ein paar schönen Tagen in Copacabana ging es mit dem Bus weiter nach La
Paz, der Hauptstadt Boliviens. Die Fahrt dahin war recht lang und nicht gerade Komfortabel. Wie überall in Südamerika war auch dieser Bus übervoll, langsam und nicht gerade überpünktlich. Der einzige Spaßfaktor war die Überfahrt über den Titti-See. Alle Insassen wurden mit kleinen Tuckerbooten übergesetzt, der Bus mit einem nicht definierbaren Kollos von Boot, das arg in die Jahre gekommen war. Ich denke alle Touris hatten bei diesem Anblick nur Sorge um all ihr Gepäck im Inneren des Busses ;o) Aber alle haben es gut überstanden – Menschen und Busse. La Paz war nicht so umwerfend. Eine große, laute und dreckige Stadt die nicht zum verweilen eingeladen hat. (Vielleicht empfindet man das anders wenn man nicht gerade erst nach 7 Stunden anstrengender Busfahrt ankommt.) Also gleich weiter in den nächsten Bus und ab nach Uiuni, der Ausgangspunkt für Trips in die Salzwüste. Genau das war unser Ziel – die
sagenumwobene Wüste mit einer unvergesslichen Natur (naja, soviel Natur eine Wüste eben haben kann…). Und was soll ich sagen – es war mehr als beeindruckend, es war in der Tat unvergleichlich. Man kann sich nicht vorstellen wie es ist, wenn man auf Salz steht, welches 120m tief in die Erde geht und auch ringsum, soweit das Auge reicht, nichts weiter als Salz ist. Bei Sonnenschein fällt es einem selbst mit Sonnenbrille schwer irgendwas zu erkennen, so hell ist es. Da ist Schnee richtiggehend grau gegen. Und da es dort genug Salz gibt, bauen die Leute auch alles aus Salz. Warum sollte man auch nicht Häuser, Stühle, Tische usw. aus Salz bauen. Fragt sich nur was die Leute machen wenn es regnet. Neu bauen?? Soweit ich mich erinnern kann, ist der Regen in dieser Region jedoch seit 30 Jahren ausgeblieben. Da haben die also ganz schön Glück mit ihren Salzbauten ;o)
Allerdings stehen andere Teile der Salzwüste regelmäßig unter Wasser. Dann hat man nicht mehr nur Salzberge zum bestaunen, sondern auch riesige Seen. Bei uns war alles trocken und unglaublich heiß. Allerdings wurde es schnell kühler, je mehr wir Richtung Chile kamen. Von der Salzwüste aus ging es weiter in die nächste Wüste, die aus Sand, Dreck und Steinen bestand. Und es ging immer mehr in die Höhe. So hatten wir die Gelegenheit Geysire auf 5000 Höhenmetern zu bestaunen und ein Bad in natürlichen heißen Quellen zu nehmen, die ebenfalls auf ca. 4400m lagen - da blieb einem nicht nur wegen der Hitze die Luft weg…
Ebenfall unglaublich waren die Flamingos, die wir an den unzähligen bunten Bergseen sehen konnten.
Eigentlich hätte ich die in Florida oder sonst irgendwo erwartet, aber nicht in solch einer Einöde „out of nowhere“. Aber sie waren dort und sie sind dort das ganze Jahr über, da die Seen dank der vielen heißen Quellen ständig warm sind. Hat mich nur gewundert wie sie dem extremen Wind dort oben standhalten, schließlich stehen sie die meiste Zeit auf einem Bein – komische, schöne Viecher. Ach ja, die Seen waren tatsächlich bunt. Wir konnten rote, blaue, grüne usw. sehen, was nicht daran lag, dass vielleicht zu viele Algen drin sind oder wir zu viel getrunken hatten, nein, die Färbung kommt von den vielen Mineralen im Wasser. Soll gesund sein….
Na ich weiß nicht, braunes Wasser findet man in Deutschland zur Genüge und darin würde ich auch nicht baden…
Ok, nach all den bizarren Anblicken in den unterschiedlichen Wüste ging es schnurstracks nach Chile. Dort hatten wir einige Tage in der Wüstenstadt an Pedro de Atecama und ein paar weitere Tage in Santiago des Chile. Also nix aufregendes, nur ein paar Tage um Abschied von Südamerika zu nehmen. Und dies wollten wir in Ruhe machen, also keine Touren und Ausflüge in Chile. Die Zeit lief zum Schluss hin eh nur so davon, da wäre nichts mehr gegangen… Und wir haben die paar Tage in Chile sehr genossen. Auf den ersten Blick ein wunderschönes, sauberes und augenscheinlich besser organisiertes Land. Die Menschen sind höflich und zum ersten Mal seit unserer Ankunft im fernen Südamerika halten die Autos sogar für Fußgänger an Fußgängerüberwegen an. Unglaublich…
Doch aller Schein kann auch trügen und dazu führen, dass man sich zu sicher fühlt. In Santiago sind wir nur knapp einer Bande von Taschendieben entgangen. Im Internetcafé haben uns 2 Typen in ein Gespräch verwickelt, während ein dritter unsere Tasche auspacken wollte. Ein uralter Trick, der fast geklappt hätte, hätte ich nicht durch Zufall nach unten zu unserer Tasche geguckt. Da hing schon der Rucksack des Typen drüber und er war dabei Kamera, Kekse und sämtlichen anderen Inhalt der Tasche umzupacken. Ihr könnt euch vorstellen was ich auf einmal für Augen bekommen habe. Ich habe mir seinen Rucksack geschnappt und wieder umgefüllt. Danach waren sie schneller verschwunden als wir „Policia“ rufen konnten. Naja, außer einem Schreck ist nichts passiert. Ist nur witzig, dass wir durch Länder wie Guatemala und Kolumbien ohne Probleme reisen konnten und am letzten Tag in Chile ausgeraubt werden.
Von Santiago ging es dann spät abends mit dem Flieger weiter nach Neuseeland. Mal sehen was uns dort alles erwartet – ein Jahr ist eine lange Zeit. (Hmm, so lange dann auch wieder nicht..)